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Unsere Gemeinde • Orgel
Eine große Besonderheit unserer Kirche ist die unter Denkmalschutz stehende Orgel des Hoforgelbaumeisters Ernst Wilhelm Meyer aus Hannover.
Ansicht der Orgel vor der Restaurierung Sie wurde im Jahr 1831 gebaut und stellt damit wahrscheinlich das älteste Instrument Meyers überhaupt dar. Bis auf die Prospektpfeifen ist sie im Originalzustand erhalten. Die originalen Prospektpfeifen mussten 1917 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Die danach eingebauten Zinkpfeifen wurden später - im Zuge der letzten Revision - durch neue Zinnpfeifen ersetzt. Im Jahr 1971 erfolgte eine Überarbeitung des Orgelwerkes. Dabei erhielt die Orgel die bisherige Farbgebung in rot, weiß und gold.
Ansicht der Orgel vor der Restaurierung

In der Zeit von Sommer 2005 bis Herbst 2006 befand sich die Orgel in der Orgelbauwerkstatt Krawinkel in Trendelburg/Deisel und wurde komplett restauriert. Die historische Farbgebung wurde wieder hergestellt. Die Kosten der Restaurierung beliefen sich auf knapp 100.000,- Euro. Durch Unterstützung der Landeskirche, der Sparkassenstiftung, der Kreissparkasse Northeim, der Volksbank Solling e. G., der Cronstetten-Stiftung und vielen Einzelspendern sowie der Veranstaltung von Benefizkonzerten ist es gelungen, diese für eine Dorfgemeinde hohe Summe aufzubringen. Die im Jahr 2006 restaurierte Wilhelm-Meyer-Orgel von 1831
Die im Jahr 2006 restaurierte Wilhelm-Meyer-Orgel von 1831

Oktober 2006: Die restaurierte Wilhelm-Meyer-Orgel wird Stück für Stück wieder in der Martin-Luther-Kirche zusammengefügt, damit  das Instrument nach der langen Restaurierungszeit bald wieder erklingen kann.
Bezüglich der Restaurierung sind zwei Besonderheiten zu nennen:
  1. Der am bisherigen Orgelgehäuse angebrachte Spielschrank ist nach Durchsicht der Orgelarchivalien nicht als historisch zu belegen. Er wurde deshalb bei der Restaurierung entfernt, sodass die Manualklaviatur und die Registerzüge wieder frei zu sehen sind.
  2. Ungewöhnlich bei dieser Meyer-Orgel ist, dass die beiden Register Mixtur und Sesquialtera nur einen einzigen Repetitionspunkt haben, und zwar zwischen h und c'. Allerdings gibt auch der ursprüngliche Kostenanschlag nichts her. Dort steht lediglich: "Sesquialter 1 ½ Fuß und zwey fach von vier löthigem Metall." - "Mixtur 1 Fuß und 3fach von gleichem Metall." Diese merkwürdige Repetition ist sowohl orgelbaufachlich als auch musikalisch nicht erklärbar. Selbst Meyer-Orgel-Kenner behaupten, diese Repetition nicht zu glauben, wenn sie sie nicht gesehen und gehört hätten. Bei der Restaurierung wurde deshalb bei beiden Registern zusätzlich ein Repetitionspunkt auf c° eingerichtet:
Sesquialtera:
C
1 1/3'
4/5'
2 2/3'
1 3/5'
c'
5 1/3'
3 1/5'
Mixtur:
C
1'
1/3'
1/2'
2'
1 1/3'
1'
c'
4'
2 2/3'
2'

Die entsprechenden Pfeifen der °Octave wurden mensurengerecht rekonstruiert. Das frei werdende Pfeifenwerk wurde nach Abschluss der Restaurierung ins Orgelwerk eingelagert.

Disposition der Orgel
Pfeifenwerk
Pfeifenwerk
Manual (C,D-f''')
Bordun
16 Fuß
Octav
8 Fuß
Rohrflöte
8 Fuß
Principal
4 Fuß
Flöte
4 Fuß
Quinta
3 Fuß
Octav
2 Fuß
Sesquialterea
2fach 11/2 Fuß
Mixtur
3fach 1 Fuß
Pedal (C-c')
Subbass
16 Fuß
Octavbass
8 Fuß
Octavbass
4 Fuß
Posaune
16 Fuß

Bis auf den Principal 4 Fuß, einzelne Pfeifen und die überarbeiteten Kehlen der Posaune 16 Fuß sind alle Register original erhalten.
Die Meyer-Orgel der ev.-luth. Kirche in Schönhagen

Michael Kuhlmann an der Meyer-Orgel (1831) in der Martin-Luther-Kirche Schönhagen auf CD
Michael Kuhlmann an der Meyer-Orgel (1831) in der Martin-Luther-Kirche Schönhagen auf CD

Am 25. Januar 2008 hat Herr Kuhlmann in einem Konzert die Orgel-CD vorgestellt, die unsere Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit ihm, der Orgelbaufirma Krawinkel und dem Tonstudio „Ambiente“ im Oktober/November 2007 produziert hat.

Die CD ist für 12,50 Euro (zzgl. Porto) erhältlich bei:
Martin-Luther-Kirchengemeinde
Pfarramt Schönhagen
Bornstraße 4 · 37170 Uslar
Tel.: ( 0 55 71 ) 28 21 · Fax: ( 0 55 71 ) 91 35 32
eMail: KG.Schoenhagen@evlka.de

Einen kleinen Hörgenuss der hervorragenden Aufnahmen erhalten Sie hier:[ Inhalt und Hörproben ]
(Beachten Sie bitte: Das Laden der 30 Werke erfordert ein wenig Geduld)


Pressespiegel: Ein beglückender Klang
Orgelführung: Orgelbaumeister Elmar Krawinkel (links) informierte die Besucher über die restaurierte Meyer-Orgel der Martin-Luther-Kirche. Foto: Nolte,HNA
Orgelführung: Orgelbaumeister Elmar Krawinkel (links) informierte die Besucher über die restaurierte Meyer-Orgel der Martin-Luther-Kirche. Text/Foto: Jörg Nolte

Schönhagen. "Endlich, endlich ist es soweit. Unsere Orgel soll zur Ehre Gottes, zur Freude der Gemeinde und zum Trost erklingen", so Schönhagens Pastor Carsten Schiller am Sonntag im Gottesdienst zur Orgelweihe. Mehr als ein Jahr hatte die 1831 erbaute Ernst-Wilhelm-Meyer-Orgel der evangelischen Martin-Luther-Kirche geschwiegen: Sie wurde restauriert. Jetzt erklingt sie wieder.
Die Orgelbauwerkstatt Krawinkel aus Deisel hat ganze Arbeit geleistet. Das konnte man schon beim ersten Lied hören. Satt und kräftig tönte es von der Empore - einen halben Ton tiefer als ursprünglich angelegt, damit die Gemeinde besser mitsingen kann. Das äußere Erscheinungsbild der Orgel hat sich auch geändert: Sie sieht wieder so aus wie 1831, hellgraue Rahmen, dunkelgraue Füllungen, goldenes Zierwerk. Und: Es steht ihr gut.
Begeistert war Martin Müller aus Northeim, der während des Gottesdienstes als erster Organist die restaurierte Orgel spielte: "Vorher war ich kein Freund dieser Orgel. Sie war schwachbrüstig, hatte keine richtige Kraft. Oftmals fielen Töne aus oder blieben hängen. Jetzt hat sie einen beglückenden Klang, ist kraftvoll und offenbart ein ausreichendes Klangspektrum, sowohl für Gottesdienste als auch für Konzerte."
Nach dem Gottesdienst ging es ins Gemeindehaus. Kirchenvorsteher Jürgen Heuer hatte ein Mittagessen zubereitet. Später konnten sich die Besucher bei Orgelführungen mit Elmar Krawinkel über das Instrument informieren. Das einhellige Fazit der Besucher: Die Restauration hat sich gelohnt und die knapp 100 000 Euro, die alles gekostet hat, sind gut angelegt.
Zum Festkonzert am Nachmittag kamen mehr als 200 Zuhörer. Hans-Ulrich Funk aus Herzberg brachte das Instrument in all seinen Klangfarben zu Gehör. Funk hatte als Orgelrevisor das gesamte Projekt begleitet. Kirchenvorsteherin Kerstin Ahlborn dankte neben Orgelbauer Krawinkel und Revisor Funk auch allen, die durch Spenden und Mithilfe die Restauration ermöglicht hatten.
Im Konzert waren alle Registerkombinationen zu hören. Mal klang die Orgel sanft und leise, mal kraftvoll und satt. Besonderer Genuss: Funk spielte alle acht kleinen Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach.
"Wir sind sehr dankbar, dass wir ein so schönes Instrument haben", freut sich Pastor Schiller, "die Orgel ist vom Klang kaum wieder zu erkennen. Sie klingt jetzt wie ein großes, barockes Instrument."
Heute findet ab 19.30 Uhr ein weiteres Orgelkonzert statt. Kirchenmusikdirektor Friedhelm Flamme aus Dassel spielt Werke zum Ende des Kirchenjahres. (zno)

Quelle:
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